Landeskirchen nahmen 1998 7,79 Milliarden DM an Kirchensteuern ein

07. Mai 1999

Die finanzielle Leistungsfähigkeit der evangelischen Kirche ist innerhalb der letzten sechs Jahre um nominal acht Prozent zurückgegangen, unter Einrechnung der Lohnzuwächse sogar um mehr als 15 Prozent. Dies ergibt sich aus den jetzt vorliegenden Angaben zum Kirchensteueraufkommen für das Jahr 1998: Im vergangenen Jahr haben die 24 in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) zusammengeschlossenen Landeskirchen 7,79 Milliarden DM an Kirchensteuern eingenommen. Gegenüber 1997 bedeutet dies einen leichten Zuwachs von 2,8 Prozent. Dieses Plus bleibt jedoch gegenüber der Aufkommensentwicklung im staatlichen Bereich deutlich zurück. Der Staat hat bei der Lohn- und Einkommensteuer einen Zuwachs von insgesamt 5,44 Prozent zu verzeichnen. Zum Vergleich: 1992 hatte das Kirchensteueraufkommen der 24 Landeskirchen noch 8,42 Milliarden DM betragen, 1997=7,58 Milliarden DM.

Die geringfügige Vermehrung der Einnahmen ist - so EKD-Steuerfachleute - hauptsächlich auf "technische Ursachen" zurückzuführen. Ursachen sind das Auslaufen von Sonderabschreibungen (Ost), der Abbau von Verlustvorträgen, die Abschaffung von Abschreibungen nach § 10 Einkommensteuergesetz usw. Ein konjunkturell bedingter Zuwachs des Kirchensteueraufkommens sei allenfalls marginal spürbar. Mit einer Trendwende wird in der evangelischen Kirche daher nicht gerechnet.

Hannover, den 07. Mai 1999
Pressestelle der EKD



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