Ostern
Gründonnerstag
Von Christoph Römhild
Gründonnerstag ist ein Tag der Freude und der Trauer. Der Tag vor Karfreitag ist der Tag, an dem das Abendmahl eingesetzt wurde, aber auch der Tag der Gefangennahme Jesu.
Jesus ist in Jerusalem. Das Volk hat ihm einen königlichen Einzug beschert. Doch die Ereignisse spitzen sich zu. Jesus hat in den Römern mächtige Feinde. Ein letztes Mal trifft er sich abends mit seinen Jüngerinnen und Jünger zum Mahl. Er setzt das Abendmahl ein, dass wir bis heute feiern. Aus Dankbarkeit und aus Freude darüber wird in fast allen Gemeinden an Gründonnerstag das Abendmahl auf verschiedene Arten gefeiert.
Bei diesem Abendmahl kündigt Jesus aber auch seinen eigenen Verrat durch Judas an.
Jesus geht mit seinen Jüngerinnen und Jünger in den Garten Gethsemane. Er ringt dort mit seiner Todesangst und bittet, die Jüngerinnen und Jünger mit ihm zu wachen, doch sie schlafen ein. Er betet zu Gott, dass er nicht sterben will, doch er unterwirft sich dem Willen Gottes: Nicht mein Wille sondern Dein Wille geschehe.
Die anderen Jünger fliehen und verlassen Jesus. Petrus, einer seiner engsten Jünger, verleugnet ihn dreimal. Jesus ist von allen Jüngern verlassen. Seine Einsamkeit gipfelt an Karfreitag in dem Ruf, Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?
An diesem Tag gibt es also beides: Die Freude über das Abendmahl und das Entsetzen über die Verleugnung, den Verrat und das Verlassenwerden Jesu und schließlich über die Gefangennahme.
An diesem Tage werden die entscheidenden Fragen eines jeden menschlichen Lebens angesprochen: Schuld und Verrat, Gemeinschaft und Einsamkeit.
