Kirchliche Hilfswerke kritisieren Kürzung von Hilfsgeldern

epd-Logo Freiburg/Stuttgart (epd). Die kirchlichen Hilfswerke Caritas international (Freiburg) und Diakonie Katastrophenhilfe (Stuttgart) haben die geplante Kürzung von Hilfsgeldern durch das Auswärtige Amt erneut kritisiert. Den Posten für humanitäre Hilfe um 20 Prozent von 96 auf 76,8 Millionen Euro zurückzufahren sei der "falsche Schritt angesichts weltweit wachsender Not", erklärten die Organisationen am Dienstag.

Die Kürzung treffe die Ärmsten der Armen dieser Welt, da die Gelder vor allem für Menschen in "vergessenen Katastrophen" eingesetzt würden, für die kaum private Spenden zu erhalten seien, teilten die Organisationen mit.

Oliver Müller, Leiter von Caritas international, erläuterte, dass Flüchtlinge im Kongo, Minenopfer in Kolumbien oder Aidskranke in Simbabwe unter den Kürzungen litten. Das sei trotz Sparzwängen nicht nachvollziehbar, "zumal wir alle noch in Erinnerung haben, wie viel Geld für die Rettung der Banken zur Verfügung stand."

Die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel, verwies ebenfalls auf den Kongo. Dort lebten immer noch 1,5 Millionen Vertriebene "von der Barmherzigkeit ihnen unbekannter Gastfamilien, die selber kaum genug zum Leben haben". Mindestens die Hälfte aller Mädchen und Frauen seien außerdem Vergewaltigungen zum Opfer gefallen. Sie alle seien vollständig auf auswärtige Hilfe angewiesen.

Die beiden Hilfswerke, die bereits Anfang des Monats mit weiteren zwölf Hilfsorganisationen gegen Einsparungen protestiert hatten, nehmen den internationalen "Tag der Humanitären Hilfe" am 19. August zum Anlass für ihre erneute Kritik. Das Auswärtige Amt hatte vor kurzem die geplanten Kürzungen im Etat für humanitäre Hilfe im Ausland verteidigt. Angesichts der Sparanstrengungen seien "schmerzliche Einschnitte" nicht zu vermeiden.

17. August 2010

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